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  • Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe Handlungsanleitung zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe für Holzfußböden

    Gefahrstoffe

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    Die Situation

    Bis Ende der sechziger Jahre wur- de Parkett u.a. mit in organischen Lösemitteln gelöstem Stein kohlen- teerpech verklebt. Der Vorteil die- ser Klebstoffe gegenüber Heißas- phalt war die leichtere Zuberei- tung und Handhabung. Außerdem konnte der Klebstoff in dünneren Schichten aufgetragen werden. Steinkohlenteer und Steinkohlen- teerpech enthalten jedoch poly- cyclische aromatische Kohlenwas- serstoffe (PAK).

    Mosaikparkett wird seit Anfang der 60er Jahre und Stabparkett seit Ende der 60er Jahre nicht mehr mit PAK-haltigem Material ver- klebt. Diese Klebstoffe wurden durch Kunstharz klebstoffe ersetzt, die nicht schwarz gefärbt sind.

    Beim Verlegen von Holzpflaster in gewerblichen Räumen wie Werk- stätten ist der Einsatz der stein- kohlenteerhaltigen Klebstoffe, Vor- striche und Pappen noch lange Stand der Technik gewesen (DIN 68701 Holzpflaster GE für gewerb- liche und industrielle Zwecke, Stand 02/89). Da die Kleb stoffe im Ausland weiterhin produziert wer- den, kann eine Verwendung in Deutschland nicht völlig ausge- schlossen werden.

    Neben den steinkohlenteerhalti- gen Klebstoffen sind in seltenen Fällen auch bitumenhaltige Kleb - stoffe mit sehr geringen PAK-Ge- halten verwendet worden. Diese Klebstoffe sind auch schwarz und lassen sich durch einfache Tests nicht von den PAK-haltigen unter- scheiden. Bei den bis Ende der 60er Jahre verwendeten Klebstof- fen ist allerdings von erheblichen PAK-Gehalten aus zugehen. Analy- sen dieser Klebstoffe ergaben bis zu 20.000 mg PAK/kg Klebstoff und mehr.

    Eine Bewertung der Gefährdungs- situation für die Nutzungsphase durch den PAK-Gehalt im Kleb - stoff wird in dieser Handlungs- anleitung nicht vorgenommen. Aufgrund des Alters des Parketts besteht in vielen Wohnungen die Notwendigkeit, die Boden beläge im Zuge von Sanierungs- oder Re- novierungsarbeiten zu entfernen. Auch beim Rückbau oder Umbau von Werkhallen werden PAK-halti- ge Materialien freigelegt. Bei sol- chen Arbeiten muss immer mit PAK-haltigem Staub ge rechnet werden.

    Geltungsbereich

    Diese Handlungsanleitung gilt für das Entfernen von Holzfußböden, die mit Steinkohlenteerpech-Kleb- stoffen, auf steinkohlenteerhaltige Pappenunterlagsbahnen (Teer pap- pe) oder steinkohlenteerpechhalti- ge Ausgleichsschichten verlegt wurden.

    Beispiele: �Parkettstäbe auf Estrich, Teer- pappe oder teerhaltige Unterlags- schicht geklebt �Parkettstäbe auf Lagerhölzer ge- nagelt, die auf Teerpappe liegen �Holzpflaster nach DIN 68701 (GE) auf Teerpappe im Heißkle- beverfahren verlegt

    Diese Handlungsanleitung gilt nicht für Klebstoffe mit einem Benzo- [a]pyrengehalt unter 50 mg/kg.

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    Die Sanierungsmaßnahmen

    Bei der Beseitigung der Belastung der Innenräume durch PAK bzw. Benzo[a]pyren können unter - schiedliche Sanierungswege ge- wählt werden. Je nach Gefähr- dung der Beschäftigten müssen entsprechende Arbeitsschutzmaß- nahmen gewählt werden:

    1. Das Parkett verbleibt in den Wohnungen

    Wenn das Parkett noch fest auf dem Untergrund verklebt ist, kann es erhalten bleiben. Bei dieser emissionsreduzierenden Maßnah- me kann das Parkett als Boden- belag ver bleiben oder mit anderen Bodenbelägen abgedeckt werden.

    Bei beiden Verfahren haben die Verarbeiter keinen Umgang mit dem alten Parkettklebstoff. Im All- gemeinen sind daher bei diesen Arbeiten keine PAK-spezifischen Arbeitsschutzmaßnahmen notwen- dig. Die Maßnahmen orientieren sich an den bestehenden Gefahren. Beispielsweise müssen sich die Ver - arbeiter vor dem beim Schleifen frei - gesetzten Holzstaub schützen (siehe auch BIA/BG-Empfehlung „Ober - flächenbehandlung von Parkett und anderen Holzfußböden“).

    2. Das Parkett wird entfernt

    Wenn das Parkett entfernt wird, haben die Beschäftigten Umgang mit Krebs erzeugenden Arbeits - stoffen. Für diese Fälle geben nachfolgende Kapitel konkrete Hin- weise und Hilfestellungen entspre-

    chend Abschnitt 3 (2) der TRGS 524 „Sanierung und Arbeiten in konta- minierten Bereichen“. In dieser TRGS und in der TRGS 440 wird ausdrücklich dazu aufgefordert, konkrete Hinweise und Hilfestel- lungen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu geben.

    Einstufungen

    Polycyclische aromatische Kohlen- wasserstoffe sind eine Gruppe von vielen Einzelstoffen. Die Leitsubstanz dieser Stoffgruppe ist das Benzo - [a]pyren, das auch in allen PAK-hal- ti gen Parkettklebstoffen nachgewie- sen wird. Nach geltendem Gefahr - stoff recht ist Benzo[a]pyren für den Menschen eingestuft als �Krebs erzeugend (K2-Stoff), �Erbgut verändernd (M2-Stoff), �beeinträchtigend für die Fort- pflanzungsfähigkeit (RF2-Stoff) sowie �Frucht schädigend (RE2-Stoff).

    Benzo[a]pyren ist hautresorptiv. Das bedeutet, dass eine Aufnahme in den Organismus nicht nur durch Einatmen, sondern auch durch Hautkontakt erfolgen kann. Bei intensivem Hautkontakt kann die über die Haut in den Körper gelangte Menge größer als die ein- geatmete Menge sein.

    Aufgrund des enthaltenen Benzo- [a]pyren und anderer krebserzeu- gender Inhaltsstoffe wird Teer bzw. Pech ebenfalls als Krebs erzeugend für den Menschen (K2- Stoffe) angesehen.

    Gefährdungsermittlung

    Ist der Holzfußboden in den ein- gangs genannten Zeiträumen ver- legt worden, so ist erfahrungs ge- mäß davon auszugehen, dass die verwendeten PAK-haltigen Kleb- stoffe mehr als 50 mg/kg Benzo- [a]pyren (Geltungsbereich der TRGS 150 und 551) enthalten. Deshalb sind die nach folgenden Maßnahmen zu beachten.

    Eine Gefährdungsbeurteilung hin- sichtlich sonstiger Gefährdungen am Arbeitsplatz (z.B. Lärm) ist ent- sprechend dem Arbeitsschutzge- setz (§ 5) durchzuführen.

    Auftragsvergabe

    Arbeiten zur Entfernung von PAK- belasteten Klebstoffen dürfen nur an Unternehmen vergeben wer- den, die nachweisen können, dass sie für die auszuführenden Arbei- ten die notwendigen Er fahrungen und Fachkenntnisse haben, über geeignetes Personal und über die erforderliche technische Ausrü- stung verfügen.

    Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

    Bei Arbeiten mit PAK sind arbeits- medizinische Vor sorge unter suchun- gen für die Beschäftigten zu ver- anlassen (Pflichtuntersuchungen). Diese Untersuchungen sind Voraus- setzungen für die Beschäftigung oder Weiterbeschäftigung bei Arbei - ten mit PAK (G 40). Gleichzeitig sind

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    Zu den Aufgaben des Vorgesetzten gehören zum Beispiel: �Überwachung der in der Be- triebsanweisung und im Arbeits- plan festgelegten Forderungen �Einhaltung von Beschäftigungs- beschränkungen (Jugendarbeits- schutzgesetz, Mutterschutz richt- linienverordnung)

    Betriebsanweisung und Unterweisung

    Der Unternehmer hat vor Beginn der Arbeiten eine Betriebsanwei- sung zu er stellen (siehe Seite 6). Die Betriebsanweisung ist in ver- ständlicher und übersichtlicher Form sowie in der Sprache der Be- schäftigten abzufassen und an geeigneter Stelle der Arbeitsstätte (Baustelle) auszuhängen.

    Die Beschäftigten müssen anhand der Betriebsanweisung über die bei ihren Arbeiten auftretenden Gefahren sowie über die Maß - nahmen zu deren Abwendung un- terwiesen werden. Die Unterwei- sung ist vor Aufnahme der Tätig- keit sowie bei wesentlichen Verän- derungen der Arbeitsbedingungen durchzuführen. Inhalt und Zeit- punkt der Unterweisung müssen schriftlich festgehalten und von den Unter wiesenen durch Unter- schrift bestätigt werden.

    Technische Schutzmaßnahmen

    Stäube dürfen nicht verschleppt werden. Staubbelastete Bereiche sind räumlich von be-nach barten Bereichen abzutrennen (zum Bei - spiel durch Abkleben von Öffnun- gen mit Folie). Schwer zu reini- gende Gegenstände sind staub- dicht abzudecken.

    Der Arbeitsbereich darf von Un- befugten nicht betreten werden. Der Zugang zum Arbeitsbereich („Schwarzbereich“) erfolgt minde- stens durch eine Einkammer- schleuse.

    Das PAK-haltige Material ist durch Staub arme Arbeitsverfahren zu ent fernen. Arbeitsgeräte und Maschinen müssen direkt abge- saugt werden. Es muss ferner eine technische Lüftung des Arbeits- bereiches erfolgen. Bei manuellen Arbeiten, z.B. beim Ausbrechen des Parketts oder Holzpflasters, ist – soweit möglich – die Staubent- wicklung durch kontinuierliches Anfeuchten des Materials zu redu- zieren. Absaugbare Materialien oder Kleinabfälle sind mit einem Industriesauger der Staubklasse H aufzunehmen.

    Abgesaugte Luft muss gereinigt und ins Freie geführt werden, soweit nicht anhand einer Bau- musterprüfung die Eignung des Gerätes für eine Luftrückführung, z.B. Baumuster geprüfte Industrie- staubsauger der Staubklasse H, nachgewiesen ist.

    Vorsorgeuntersuchungen beim Tra- gen von Atemschutzgeräten (G 26) vorgesehen. Diese Vorsorgeunter - suchungen führt der Betriebsarzt im Arbeitsmedizinisch-Sicherheits tech- nischen Dienst der Berufsge nossen- schaft der Bauwirtschaft (ASD der BG BAU) durch.

    Organisatorische Schutzmaßnahmen

    Vor Beginn der Arbeiten müssen ein Arbeitsplan und eine Betriebs- anweisung erstellt werden. Alle den Arbeitsschutz betreffenden Unterlagen sind auf der Baustelle für die Beschäftigten zugänglich auf zubewahren.

    Zur Überwachung der Arbeiten ist ein fachlich geeigneter Vorgesetz- ter bzw. Bauleiter zu bestellen. Der Auftraggeber darf die Koordi - nation nur geeigneten Personen über tragen, denen die damit ver- bundenen Aufgaben bekannt sind.

    Fachlich geeignet sind zum Bei- spiel Personen, die über ausrei- chende Erfahrungen und Kennt- nisse hinsicht lich Sicherhe