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3.5 Schwerpunkt 4: Land- und Forstwirtschaft, · PDF file 2011. 11. 30. · 112 3.5 Schwerpunkt 4: Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz 3.5.1 Rahmenbedingungen und Entwicklungsziele

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    3.5 Schwerpunkt 4: Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz

    3.5.1 Rahmenbedingungen und Entwicklungsziele Die strategischen Orientierungen des Schwerpunkts Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz in der Programmperiode 1995 bis 1999 haben sich grundsätzlich bewährt und sollen fortgeführt, ausgebaut und ergänzt werden. In den kommenden Jahren wird sich die Land- und Forstwirtschaft allerdings auf neue Gegebenheiten und auf weitere Veränderungen auf den Agrarmärkten, in der Marktpolitik und bezüglich der Handelsvorschriften, in der Verbrauchernachfrage und bei den– Präferenzen sowie auf die bevorstehende Erweiterung der Gemeinschaft einstellen müssen. Diese Veränderungen betreffen nicht nur den Agrarbereich, sondern generell die lokale Wirtschaft in den ländlichen Gebieten. Die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums sollte daher besonders auf die Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft und der ländlichen Gebiete insgesamt ausgerichtet sein und zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen in diesen Gebieten beitragen. Im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen wurde für die Programmperiode 2000-2006 eine Neukonzeption und Vereinfachung des Instrumentariums zur gezielten Entwicklung des ländlichen Raums vorgenommen. Dabei wurden die bisherigen Erfahrungen bezüglich der ländlichen Entwicklung berücksichtigt und das Instrumentarium entsprechend weiter entwickelt. Flankierend zu den Maßnahmen der GAP sind in Bezug auf die ländliche Entwicklung und Diversifizierung der land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten folgende Zielsetzungen besonders zu erwähnen: � Modernisierung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit der burgenländischen

    Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, � Schaffung von Arbeitsplätzen, � Erhaltung einer tragfähigen Sozialstruktur, � Nahversorgung mit hochwertigen Agrarprodukten aus der Region, � Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen, � Förderung der Chancengleichheit, � Erhaltung eines hohen Naturwerts und � Gezielte Entwicklung des ländlichen Raums Die Zielsetzungen des burgenländischen Ziel 1-Programmes stimmen auch mit der Auffassung des Rates für Landwirtschaft überein, nach der die Land- und Forstwirtschaft multifunktional, nachhaltig und wettbewerbsfähig sein und sich über den gesamten europäischen Raum – einschließlich der Regionen mit speziellen Problemen verteilen und in der Lage sein muss, die Landschaft zu pflegen, die Naturräume zu erhalten, einen wesentlichen Beitrag zur Vitalität des ländlichen Raums zu leisten und den Anliegen und Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf die Qualität und die Sicherheit der Lebensmittel, den Umweltschutz und den Tierschutz gerecht zu werden."

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    3.5.2 Strategien Gemäß den Zielsetzungen der Verordnung Ländliche Entwicklung

    20 gilt es primär,

    die Marktpolitik durch Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums zu flankieren und zu ergänzen. Die folgend dargestellten Strategien gelten für die burgenländische Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Raum insgesamt. Aufforstungs- und Umweltprämien sowie Ausgleichszulagen für benachteiligte Gebiete sind dem EAGFL, Abteilung Garantie, vorbehalten und im österreichischen Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums enthalten. Das Ziel 1-Programm für das Burgenland sieht auf Maßnahmenebene ausschließlich jene Interventionen vor, die aus dem EAGFL, Abteilung Ausrichtung bzw. FIAF, kofinanzierbar sind. Ausgehend von den in der Programmperiode 2000-2006 zu erwartenden Rahmenbedingungen und der erfolgten generellen Stärken/Chancen Schwächen/Risken-Analyse wurden die Strategien für die künftige Entwicklung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und des ländlichen Raums unter den nachfolgend angeführten Themenbereichen zusammengefasst: 3.5.2.1 Land- und Forstwirtschaft � Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe Verbesserung der landwirtschaftlichen Einkommen, der Lebens, Arbeits- und Produktionsbedingungen; Senkung der Produktionskosten, Verbesserung und Umstellung der Erzeugung, Steigerung der Qualität, Erhaltung und Verbesserung der Hygienebedingungen, Erhaltung und Verbesserung der Tierschutzstandards, Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Umwelt, Förderung der Diversifizierung der Tätigkeiten des Betriebes, insbesondere Direktvermarktung, Tourismus, handwerkliche Tätigkeiten, Beitrag zur Modernisierung und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Diese Strategie wird durch die Maßnahme M1.1., Investitionen in landwirtschaftlichen Betrieben, umgesetzt. � Erleichterung bei der ersten Niederlassung Erleichterung der bei der ersten Niederlassung mit der Hofübernahme verbundenen Aufwendungen und Investitionen und Förderung einer vollwertigen Fachausbildung; Umsetzung durch die Maßnahme M1.2., Niederlassung von Junglandwirten.

    20

    Verordnung (EG) Nr. 1257/ 99 des Rates vom 17. Mai 1999 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) und zur Änderung bzw. Aufhebung bestimmter Verordnungen

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    � Verbesserung der beruflichen Qualifikationen Verbesserung der Qualifikationen, vor allem im fachlichen, wirtschaftlichen, ökologischen Bereich und den damit verbundenen persönlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen mit folgenden Zielen: Leistungsverbesserung und Realisierung von Kostensenkungspotentialen, Optimierung von Arbeitsabläufen, Zusammenarbeit in Produktion und Vermarktung, Erhöhung der Wertschöpfung aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion, Aufnahme neuer Produkte und neuer Märkte, Anwendung von Waldbewirtschaftungsmethoden zur Verbesserung der wirtschaftlichen, ökologischen oder gesellschaftlichen Funktionen der Wälder, Verbesserung, Adaptierung und verbreiterte Anwendung von land- und forstwirtschaftlichen Produktionsverfahren in Kompatibilität mit Landschaftsschutz, Landschaftserhaltung, Naturschutz, Umweltschutz, Tierschutz und Hygiene, Qualitätssteigerung und –sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Produktion, Weiterentwicklung der regionalspezifischen Verarbeitung und Vermarktung von Produkten, Entwicklung und Verbreitung von Produktionsalternativen und Systemen für erneuerbare Energie, Aufbau innovativer Erwerbskombinationen zur Einkommenssicherung und Entwicklung neuer, marktgerechter Dienstleistungen, Qualifizierung zur Umstellung auf Tätigkeiten für den landwirtschaftsnahen und den außerlandwirtschaftlichen Bereich. Verbesserung der für die Entwicklung des ländlichen Raumes erforderlichen Qualifizierungsinfrastruktur, Verbesserung des allgemeinen Verständnisses der Bevölkerung für die Funktionen der Land- und Forstwirtschaft und des ländlichen Raumes und für die nachhaltige Sicherung dieser Funktionen, Aktivitäten zur Vernetzung von Einrichtungen im Interesse der Bildungsarbeit im ländlichen Raum, Entwicklung und Verbreitung von Qualifikations- und Bildungsmodellen zu den o.a. Zielen, Qualifizierung für Naturschutz und Landschaftspflege Umsetzung durch die Maßnahme M1.3., Berufsbildung und M2.2., Erhaltung des ländlichen Erbes und Dorfentwicklung � Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen Ausrichtung der Erzeugung entsprechend der voraussichtlichen Marktentwicklung, Entwicklung neuer Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse, Verbesserung der Vermarktungswege und der Verarbeitungsverfahren, Verbesserung der Präsentation und Gestaltung der Erzeugnisse, bessere Nutzung der Nebenerzeugnisse und Abfälle, Anwendung neuer Techniken, Förderung von innovativen Investitionen, Verbesserung und Überwachung der Qualität, Verbesserung und Überwachung der Hygienebedingungen, Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Erzeugnisse Diese Strategie wird durch die Maßnahme M 1.4., Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, umgesetzt.

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    � Integration der Forstwirtschaft Erhaltung und nachhaltige Entwicklung der Multifunktionalität der Wälder, insbesondere in Hinblick auf ihre wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen, nachhaltige Sicherung und Verbesserung der Struktur des ländlichen Raumes, insbesondere der Arbeitsplätze, des Einkommens, der Lebensfähigkeit land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und der Umwelt, Förderung forstwirtschaftlicher Leistungen für die Öffentlichkeit, Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen für forstwirtschaftliche Erzeugnisse sowie deren Diversifizierung, Erhöhung der Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für die Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt und der Lebensbedingungen von Tieren und Pflanzen als eine von vielen Maßnahmen gegen Klimaänderung, Förderung der Verwendung von Holz und anderen forstwirtschaftlichen Produkten als umweltfreundliche und erneuerbare Rohstoffe, Berücksichtigung der von der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten auf internationaler Ebene eingegangenen Verpflichtungen. Diese Strategie wird hinsichtlich der sonstigen forstwirtschaftlichen Maßnahmen durch die Maßnahme M 1.5., Forstwirtschaft, hinsichtlich der Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen gemäß Art. 31 der VO (EG) Nr. 1257/1999 durch das österreichische Rahmenprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raumes umgesetzt. 3.5.2.2 Ländliche Entwicklung – Diversifizierung, Naturschutz � Vermarktu