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2015 - Rahn+Bodmer Co. · PDF file Jahresrückblick Jahresrückblick 2015. 2015 Jahresrückblick Jahresrückblick 2015. Vom Risiko, Verantwortung zu übernehmen 6 Von der Kunst des

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  • 2015JahresrückblickJahresrückblick 2015

  • 2015JahresrückblickJahresrückblick 2015

  • Vom Risiko, Verantwortung zu übernehmen 6

    Von der Kunst des Beratens – eine Unabhängigkeitserklärung 9

    Jahresrückblick 12

    Partner und leitende Mitarbeitende 31

  • Die Partner von Rahn & Bodmer Co.: v.l.n.r. Christian R. Bidermann, André M. Bodmer, Dr. Christian Rahn, Martin H. Bidermann, Peter R. Rahn

  • 5arden Franken. Mit Eigenmitteln von über 200 Millionen Franken verfügt Ihre Bank über eine sehr solide Kapital- ausstattung. Dies zeigt sich auch bei der Kennziffer für das Kernkapital, der Tier-1-Quote, welche mit 21,2% weit über den gesetzlichen Anforderungen von 9% für ver- gleichbare Banken liegt. Als Privatbanquiers, die zusätz- lich jederzeit mit dem eigenen Vermögen für ihre Tätig- keit haften, sind wir uns bewusst, wie wichtig ein um- sichtiger und sorgfältiger Umgang mit Werten ist. Wir gedenken, dies auch künftig nicht zu ändern.

    Wir bleiben, wer wir sind: Rahn & Bodmer Co. Privatbanquiers, seit 1750.

    In dem Sinne danken wir Ihnen für Ihre Treue und dafür, dass wir auch im 266. Jahr unserer Bank wieder für Sie tätig werden dürfen.

    Ihre Partner von Rahn & Bodmer Co.

    Wir freuen uns, Ihnen den Jahresrückblick 2015 von Rahn & Bodmer Co. zu überreichen.

    Das vergangene Jahr war einmal mehr geprägt von gros- sen Herausforderungen und Umwälzungen in unserer Branche. Insbesondere die regulatorischen Rahmen- bedingungen werden immer komplexer. Eine Flut von Vorschriften und Gesetzen kommt in den nächsten Jah- ren auf uns zu. Diesem Thema ist unser erster Beitrag gewidmet. Leider gerät dabei die Frage, was eigentlich die wichtigste Aufgabe einer Privatbank ist, oft in den Hintergrund: eine kompetente Beratung, die unabhängig von Eigeninteressen der Bank für ihre Kundinnen und Kunden die nachhaltig beste Lösung umsetzt. Sie finden unsere Überlegungen dazu im zweiten Beitrag «Von der Kunst des Beratens – eine Unabhängigkeitserklärung».

    Rahn & Bodmer Co. hat sich auch im vergangenen Jahr erfreulich entwickelt. 190 Mitarbeitende betreuten per Ende Oktober 2015 Kundenvermögen von 10,8 Milli-

    Geschätzte Leserinnen und Leser

    Christian R. BidermannMartin H. BidermannPeter R. Rahn André M. BodmerDr. Christian Rahn

  • 6 Egal, ob es um die Arbeit im Garten oder ums Autofahren geht: In unserem Alltag ist sehr vieles genau geregelt. Wer über Mittag seinen Nachbarn mit dem laufenden Rasenmäher beschallt, muss mit bösen Blicken oder gar mit einer Anzeige rechnen; wer hinter dem Steuer keinen Sicherheitsgurt trägt, wird gebüsst. Die korrekte Beflag- gung bei offiziellen Anlässen ist in der Schweiz in einem 80-seitigen Reglement festgelegt. Neulich war zu lesen, dass einem Hobby-Fischer, der einen stattlichen Hecht aus dem Greifensee gezogen hatte, zwei Bussen droh- ten, weil er den prächtigen Fisch wieder in die Freiheit entlassen hatte, was einen Verstoss gegen die Tier- schutzverordnung darstellt. Ausserdem befand er sich zum Zeitpunkt der Freilassung zu nahe am Schilfgürtel und hielt sich somit mit dem Boot verbotenerweise in der Seeschutzzone auf.

    Die Beispiele liessen sich beliebig verlängern. Ganz offensichtlich mangelt es in unserem Land nicht an Gesetzen und Vorschriften. Und besteht dennoch irgend- wo eine Gesetzeslücke, so findet sich schnell jemand, der diese willig füllt. Oft genügt ein Fauxpas einer Min- derheit oder ein Fehlverhalten einer einzelnen Person, und schon sollen alle Mitbürger mittels neuer Paragra- phen auf den Weg der Tugend zurückgeführt werden.

    Wird irgendwo ein Kind von einem Terrier gebissen, gehört es für manchen Parlamentarier zum guten Ton, ein Gesetz vorzuschlagen, welches das Tragen von Maulkör- ben für Vierbeiner als obligatorisch erklärt. Auch der Bundesrat ist nie um eine neue Vorschrift verlegen: Vor wenigen Jahren schlug die damalige Justizministerin allen Ernstes eine Bewilligungs- und Kurspflicht fürs Kinderhüten durch Grossmütter oder Patinnen und Paten vor.

    Vollkasko für alle Lebensumstände? All diese Beispiele mögen als kleine Anekdoten über bürokratische Auswüchse abgetan werden, die in jedem Land vorkommen. Sie stehen jedoch für einen allgemei- nen Trend zu mehr Verordnungen und Gesetzen, der seit vielen Jahren weltweit zu beobachten ist. Die immer um- fangreicheren Regelwerke, engmaschigeren Sicherheits- vorkehrungen und Haftpflichtausschlüsse sind letztlich Ausdruck einer zunehmend grösseren Risikoaversion in unserer Gesellschaft. Fast scheint es, der Gesetzgeber strebe für alle Bürger eine Art Vollkasko-Versicherung an. An die Stelle von gesundem Menschenverstand treten quer durch sämtliche Lebenssituationen, Tätigkeiten und Branchen neue Gesetze. Oft mit dem Resultat, dass auch im neuen Regelwerk eine Lücke gesucht und gefun-

    Vom Risiko, Verantwortung zu übernehmen

  • 7direkten Einfluss nehmen können, sind rechtliche Be- stimmungen zweifellos sinnvoll und deshalb zu unter- stützen. Leider ist aber oft das Gegenteil der Fall. Noch vor Kurzem lachten wir ungläubig über ein US-amerikani- sches Gerichtsurteil zugunsten einer Hundebesitzerin, die ihren vierbeinigen Freund im Mikrowellenofen verse- hentlich zu Tode röstete, weil sie in der Betriebsanleitung nicht darauf aufmerksam gemacht worden war, dass dies nicht der richtige Ort sei, um einen durchnässten Pudel zu trocknen. An die Stelle von Eigenverantwortung tritt jedoch auch in der Schweiz ein immer umfangreicheres Regelwerk. Der deutsche Autor Erich Limpach meint dazu: «Die Furcht vor der Verantwortung begünstigt die Flucht in die Abhängigkeit.» Man ist geneigt zu sagen: Die gesetzlich vorgeschriebene Bevormundung führt zum selben Resultat.

    Verantwortung ist nicht delegierbar Es ist durchaus zweckmässig, ein offensichtliches Fehlverhalten mittels Gesetzen zu verhindern oder zu ahnden. Es gilt aber immer abzuwägen, ob nicht der ge- sunde Menschenverstand der bessere Ratgeber ist als ein immer dichterer Paragraphendschungel. Störend sind zwei Dinge: Einerseits wird angenommen, dass die Kundschaft selbst nicht intelligent genug ist, um selber

    den wird, welche listige Zeitgenossen in der Folge genüsslich und systematisch auszunützen wissen.

    Auch die Finanzindustrie bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Wer heute ein Konto eröffnen möchte, muss sich oft durch unzählige Seiten Kleingedrucktes kämpfen und fast ebenso viele Verträge unterzeichnen. Ein immer umfassenderes Regelwerk legt nicht nur die Bilanzstruktur von Finanzinstituten sowie die Gestaltung und Bewerbung von Produkten im Detail fest, sondern auch den Verkehr mit der Kundschaft und deren Daten. In hoher Kadenz werden Gesetze, Verordnungen und Abkommen geschaffen, überarbeitet und in Kraft gesetzt. Längst haben wir uns an Begriffe wie MiFID I und II, revidierte Bankenverordnung, FATCA, NBG (National- bankgesetz), FINMAG (Finanzmarktaufsichtsgesetz), FIDLEG (neues Finanzdienstleistungsgesetz), FinfraG (Finanzinfrastrukturgesetz) oder FINIG (Finanzinstituti- onsgesetz) gewöhnt. Aus regulatorischer Sicht bleibt derzeit in der Finanzbranche kaum ein Stein auf dem anderen.

    Grundsätzlich ist gegen neue Bestimmungen nichts ein- zuwenden. Solange diese dazu dienen, Kundinnen und Kunden vor Unbill zu bewahren, auf die sie selbst keinen

  • 8 gewisse Risiken abzuwägen und bewusste Entscheide zu treffen. Andererseits wird implizit davon ausgegangen, dass deren Bank oder Vermögensverwalter a priori Schlechtes im Schilde führe. Das Gegenteil ist in der Regel der Fall: Es mag in der Finanzindustrie wie in ande- ren Branchen unter einzelnen Anbietern schwarze Schafe und schlecht informierte Kundschaft geben. Ich behaup- te aber: Das Gros der Institute und ihrer Kundinnen und Kunden weiss durchaus, dass in Finanzangelegen- heiten Risiko und Rendite untrennbar miteinander verbunden sind. Es gehört unbestrittenermassen zum Pflichtenheft eines Beraters, seine Kundschaft auf allfäl- lige Risiken einer bestimmten Anlagestrategie aufmerk- sam zu machen. Den Entscheid, was mit dem eigenen Vermögen passiert, muss aber letztlich jede und jeder für sich selbst treffen. Keine Regulierung der Welt kann einer Anlegerin oder einem Anleger vorschreiben, wie viel Risi- ko eingegangen und welche Rendite erreicht werden soll. Was es braucht, ist ein gesunder Menschenverstand und Verantwortungsbewusstsein − auf beiden Seiten.

    Heisst dies nun, dass ein Finanzinstitut die ganze Verant- wortung von sich schieben sollte, in der Annahme, es nur mit überaus gut informierten, jederzeit richtig entschei- denden Kundinnen und Kunden zu tun zu haben? Wir

    meinen: keinesfalls. Wie die Kundschaft trägt auch die Bank eine Eigenverantwortung. Sie soll als professionel- le Beraterin der Kundin und dem Kunden aufzeigen, welches ihre Optionen sind. Als Privatbanquiers, die jederzeit mit dem eigenen Vermögen für ihre Tätigkeit haften, wissen wir, was es bedeutet, Eigenverantwortung zu übernehmen. Wir tun dies gerne, in der Überzeugung, dass letztlich eine Zusammenarbeit nur dann erfolgreich ist, wenn sich zwei Partner auf Augenhöhe begegnen, beide mit ihrem Teil der Verantwortung.

    Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit unserer Professiona- lität und unserem Engagement die besten Voraussetzun- gen dafür zu schaffen, gemeinsam und verantwortungs- bewusst die richtigen Vermögensentscheide für unsere Kundschaft fällen zu können. Die Basis für eine solche enge Zusammenarbeit bilden nicht Paragraphe

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