coll:lab - Collaborative Readiness Assessment

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  • BRO FR ZUKUNFTSFRAGEN

    f/21

    coll:labCollaborative Readiness Assessment

    Ihr Einstieg in die kollaborative konomie:

    Wie Sie ein Sharing-Mindset entwickeln!

  • f/21 Bro fr Zukunftsfragen | www.f-21.de2

    coll:labCollaborative Readiness Assessment

    Herausgeberf/21 Bro fr ZukunftsfragenMag. Nora S. Stampfl, MBARosenheimer Strae 35D-10781 BerlinTel.: +49 30 69 59 82 58E-Mail: zukunft@f-21.dewww.f-21.de

    FotonachweisSeite 1: David-W-, photocase.com

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    1 Kollaborative konomie - Eine Annherung 4

    1.1 Neue Spielregeln: Sharing Economy unter der Lupe 41.2 Antriebskraft: Technologie als groer Enabler 61.3 Homo collaborans: Der neue Konsument der kollaborativen konomie 61.4 Die Quintessenz: Konsequenzen fr die etablierte konomie 7

    2 coll:lab - Ihr Einstieg in die kollaborative konomie 10

    3 coll:lab - Das Framework 11

    3.1 coll:lab Oktagon: Acht Dimensionen kollaborativer Unternehmen 113.2 coll:lab Blueprint: Die strategischen Optionen 123.3 coll:lab Roadmap: Das Projektvorgehen 14

    4 Blick in die Zukunft - Weitere Schritte in die kollaborative konomie 15

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    Kollaborative konomie - Eine Annherung

    1

    Das Schlagwort Sharing Economy macht seit einigen Jahren die Runde. Damit ist das Aufkommen eines neu-en Geschftsmodells gemeint, das die Grundfesten unserer herkmmlichen Wirtschaftsform erschttert, weil es alternative Konsummglichkeiten an etablierten Akteuren vorbei erffnet. Das Phnomen hat viele Namen ne-ben Sharing Economy ist auch von Collaborative Consumption, Peer-to-Peer Economy oder Collaborative Economy die Rede , doch gleich-gltig, wie der neue Zugangsweg zu Konsum genannt wird, immer geht es um eines: einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Menschen konsumieren.Kern des neuen Geschftsmodells in der Sharing Economy sind digitale Plattformen, die Austauschbezie-hungen zwischen Individuen koor-dinieren flexibel, selbstorganisiert und unter dramatisch gefallenen Transaktionskosten. Damit ist die Sharing Economy Ausdruck der Es-senz unserer Netzwerkgesellschaft: von Zentralisation zu Dezentralisa-tion und Kollaboration. Denn in der neuen konomie des Teilens werden Individuen, die ber unausgeschpf-te Ressourcen verfgen mit solchen zusammengebracht, die ein entspre-chendes Konsumbedrfnis haben. Die folgende Austauschbeziehung stellt den Nutzen an der Sache ber das Eigentum daran und kommt ohne Zwischenschaltung herkmmlicher Intermedire aus.

    Whrend Technologie der groe Er-mglicher der neuen Peer-to-Peer Konsumformen ist, werden diese wesentlich vorangetrieben durch ei-nen allgemeinen Wandel von Einstel-lungen gegenber Konsum und Ei-gentum und waren ursprnglich mit dem idealistischen Ziel verbunden, ein Gegenentwurf zur hyperkonsu-mistischen Wirtschaftsweise unserer Zeit mit all ihren kologischen und sozialen Verwerfungen zu sein. In kologischer Hinsicht sorgt die ko-nomie des Teilens fr mehr Nach-haltigkeit durch Verlngerung von Produktlebenszyklen und hhere Ressourceneffizienz und in sozialer Hinsicht steht sie fr einen Konsum mit menschlichem Antlitz. Aber nicht nur stellt der persnliche Aus-tausch von Dingen und Leistungen ideologisch korrektes Handeln in Aussicht, in wirtschaftlicher Hinsicht bietet die konomie des Teilens zu-dem konsumentenfreundlichen Zu-gang zu einer breiteren Angebotspa-lette fr einen geringeren Preis.Viele deutsche Konsumenten treten bereits als Nachfrager oder Anbieter auf den Sharing-Mrkten auf oder ha-ben vor, dies in Zukunft zu tun. Dabei sind es fr Konsumenten zu einem groen Teil praktische berlegun-gen, die zum Ausleihen statt Kaufen veranlassen. Aber ebenso gibt der umweltschonende Aspekt oftmals den Ausschlag fr eigentumslosen Konsum. Zustzlich tun sich in der kollaborativen konomie neue, flexi-

    Neue Spielregeln: Sharing Economy unter der Lupe

    1.1

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    21weil ich etwas so selten nutze, dass sich eine Anschaffung nicht lohnt

    weil es die Umwelt schont, weil weniger produziert werden muss

    weil es fr mich billiger ist

    weil ich das Gefhl habe, schon genug zu besitzen

    weil ich dadurch Dinge nicht selbst instand halten muss

    weil ich Zeit spare, weil ich Sachen so schneller zur Hand habe

    weil ich mit anderen Menschen in Kontakt kommen kann

    ist einfacher, weil ich keine Kaufentscheidung treffen muss

    32 53

    15 29 45

    11 30 40

    8 25 33

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    trifft sehr zu trifft zu

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    Bekanntheit Nutzung Nutzungspotenzial

    Angaben in Prozent

    Quelle: TNS Emnid (2015): Sharing Economy. Die Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.

    Sharing Economy: Gekommen, um zu bleiben

    ble Arbeits- und Verdienstmglichkei-ten auf.Umfrageergebnisse1 legen nahe, dass Access- und Peer-to-Peer-Modelle keine vorbergehende Erscheinung sind. Whrend diese in einigen Sek-toren Eigentum als vorrangiges Kon-summodell verdrngen werden, wird Sharing in anderen Bereichen zwar auf absehbare Zeit blo Nischenmo-dell sein. Doch wird Sharing als Kon-sumoption bleiben und unser gesam-tes Wirtschaftshandeln prgen.Daher fhrt kein Weg daran vorbei, dass smtliche Marktakteure sich ber diese neuen Modelle des Konsu-mierens und Wirtschaftens im Klaren sind und sich ein Bild davon machen, welche Konsequenzen Chancen und Risiken die konomie des Teilens fr die eigenen relevanten Sektoren bereithlt. Diese berlegungen gilt es dann in entsprechende Manah-men zu bersetzen, gegebenenfalls

    das eigene Geschftsmodell anzupas-sen und die neue Situation fr sich zu nutzen so wie es am besten den Zielen und Fhigkeiten der eigenen Organisation entspricht. Die richtige Herangehensweise wird dabei fr jede Organisation eine andere sein: abhngig von den Aussichten fr Sharing-Geschftsmodelle im jewei-ligen Sektor sowie der spezifischen Komposition aus Ressourcen und Po-tenzialen der eigenen Organisation.coll:lab Collaborative Readiness As-sessment haben wir von f/21 entwi-ckelt, um Sie zu untersttzen, Ihr Un-ternehmen sicher durch diese neue Wirklichkeit zu navigieren. Wie auch immer Ihr Unternehmen momentan aufgestellt ist, wir entwickeln ge-meinsam mit Ihnen gangbare Wege, um die neuen Mglichkeiten zu nut-zen und Risiken zu umschiffen, kurz: ein Sharing-Mindset zu entwickeln.

    Was wren fr Sie Grnde, Dinge zu leihen statt sie zu kaufen?

    Welche der folgenden Angebote rund um das Leihen und gemeinsame Nutzen von Dingen haben Sie persnlich schon mal genutzt/knnen Sie sich vorstellen zu nutzen?

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    Antriebskraft: Technologie alsgroer Enabler

    1.2

    Die Entstehung der kollaborativen konomie ist nicht denkbar ohne die technologischen Fortschritte der letzten Jahre. Es sind insbesondere das mobile Internet, online Plattfor-men, Big Data-Analysen in Echtzeit, Ortungs- und Geoinformationssys-teme sowie smarte Apps, die kolla-borativen Konsum, ermglichen und massentauglich machen. Allein weil Netzwerktechnologien Transparenz schaffen, indem sie den Marktmecha-nismus untersttzen, die richtigen Dinge zur rechten Zeit am richtigen Ort verfgbar zu machen, wird Tei-len auch zwischen sich unbekann-ten Peers mglich. Denn im Internet findet jede Nachfrage ein passendes Angebot. So knnen Konsumbedrf-nisse in der Sharing Economy an Un-ternehmen vorbei, von Individuum zu Individuum gestillt werden. Zudem stellen digitale Technologien Me-chanismen zur Verfgung, die durch Crowdsourcing von Informationen Reputation und letztlich Vertrauen schaffen.Die durch Technologie befhigten neuen Konsumformen werden sich nicht nur weiter verbreiten, sie wer-

    den zudem Kundenerwartungen in al-len Branchen verndern. Das Beispiel der Musikindustrie illustriert diesen Wandel eindrcklich: Die Entwicklung der ersten Komprimierungstechni-ken, insbesondere des MP3-Formats, zusammen mit dem Aufkommen des Peer-to Peer Filesharings und schnel-lerer Internetverbindungen verdrng-te in den 1990er Jahren die physische CD. 2003 ffnete Apple die Pforten des iTunes Store und schuf damit ein funktionierendes Geschftsmodell und den dominierenden Marktplatz fr digitale Musik als Alternative zu den illegalen Musiktauschbrsen. In den vergangenen Jahren zeichne-te sich nun immer strker ab, dass darin das Zukunftsmodell besteht: Das Eigentum an digitalen Medien tritt in den Hintergrund zugunsten von Streamingdiensten und einem on-demand-Zugriff auf Medien ber Geschftsmodelle, die auf Mitglied-schaften und Abonnements basie-ren. Der Medienbereich war Vorlu-fer in der Verwirklichung des Prinzips Zugang statt Eigentum, wie wir sie jedoch auch in vielen anderen Bran-chen zurzeit beobachten knnen.

    Homo collaborans: Der neue Konsu-ment der kollaborativen konomie

    1.3

    Diese neue Kundenorientierung in der Sharing Economy hat die Kundener-wartungen generell hochgeschraubt. Auch Unternehmen der etablierten konomie werden nicht mehr um-hinknnen, sich an dieser Messlatte zu orientieren. So schafft Technolo-

    gie zwar jene Umgebung, innerhalb derer Sharing mglich wird, doch ist die neue konomie des Teilens nicht denkbar ohne einen neuen Konsu-mententypus. Wir nennen den Prota-gonisten der Sharing Economy homo collaborans.2 Dabei spielt die Figur

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    des homo collaborans die Rolle ei